Konzepte der Gemeinde -- mal top, mal flop

Konzept zur Erneuerung der Straßenbeleuchtung -- sog. Konzept zur Kinderbetreuung

Am 11.8.2010 informierte der Ausschuss für Strassen- und Wegebau über das Konzept zur Erneuerung der Straßenbeleuchtung in Scheessel. Den Bericht dazu finden Sie   hier   . Dieses wurde von der Arbeitsgemeinschaft "Energieeinsparung Straßenbeleuchtung" erarbeitet. Seit 2008 haben 5 Ratsmitglieder aus CDU, SPD, Grünen und UFS daran mitgewirkt. Sie hatten mit dem Unternehmer Fred Hastedt einen externen Sachverständigen eingebunden, der das Konzept auch vortrug.
Den Zuhörern wurde geschildert, wie man zur Auswahl und zur Entscheidung gekommen war. Voruntersuchungen, technische Auswahl, Preis-Leistungs-Verhältnis und Machbarkeitsprüfung wurden durchgeführt. Die Realisierung wurde detailliert geplant.
Den Zuschauern wurde ein stimmiges Konzept vorgetragen. Am Ende blieben nur wenige Fragen, die zur Zufriedenheit beantwortet wurden.
Das Konzept wird nun am 6.9.2010 der Öffentlichkeit in größerem Rahmen in Scheessel im "Scheeßeler Hof" vorgestellt.

Die Arbeitsgruppe hat gute Arbeit geleistet.

Aber es gibt auch andere "Konzepte", die den Namen gar nicht verdienen.

Ein krasses Gegenbeispiel ist das sog. Konzept der Gemeinde zur Kinderbetreuung.

Es fängt damit an, dass es keine vergleichbare Arbeitsgruppe gibt. Das sog. Konzept trug Herr Thies am 17.2.2010 im Ausschuss f. Jugend, Senioren, Soziales und Sport vor. Wenn man heute den   Bericht dieser Sitzung   liest, findet man neben der Auslastungsübersicht nur Unausgegorenes. Es bleiben viele Fragen und Anforderungen an die Verwaltung, nachzuarbeiten. Bis heute hat sich daran nichts geändert.
So konnte es nicht verwundern, dass Kritiker immer deutlicher wurden. Es gründete sich ein "Aktionsbündnis zum Erhalt des Kindergartens in Westerholz". Die Gemeinde wehrt bis heute alle Kritik ab. Sie weigert sich, an wesentlichen Gesprächen teilzunehmen. Sie weigert sich, den angebotenen externen Sachverstand der   Frau Dr. Ilse Wehrmann   (Sachverständige für Frühpädagogik) anzunehmen. Der von vielen Beteiligten geforderte "Runde Tisch" wird nicht installiert.
Statt dessen gibt es immer wieder kleine Gruppen, die sich mit Einzelfragen befassen. Eine Einbindung in ein Gesamtkonzept ist so aber nicht möglich.

Da wird seitens der Gemeinde behauptet, dass man -- wenn man denn einen Kindergarten schließen muss -- selbstverständlich den in angemieteten Räumen und nicht den in eigenen Gebäuden schließt.
Eine Ermittlung, welcher der Kindergärten denn kostengünstiger betrieben wird, gibt es nicht.

An anderer Stelle will die Gemeinde Gebäude verkaufen, hier prüft sie die Möglichkeit nicht.

Die Kirche bietet an, einen Kindergarten zu betreuen. Aber auch hier kommt es nur zu zähen Gesprächen, weil grundlegende Analysen fehlen.

Nun wäre dies alles nicht so schlimm, denn man kann diese Dinge ja nacharbeiten.

Schlimm ist allerdings, dass die Verwaltung dazu nicht gewillt ist. So kommt es auch weiterhin zu keinem sachlich ausgereiften Konzept. Und so gibt es auch keine einvernehmliche Lösung aller Beteiligten.

Als logische Konsequenz weigert sich die Verwaltung auch, ihr sog. Konzept der Öffentlichkeit vorzustellen.

Fazit:

Während das Konzept der Straßenbeleuchtung fundiert ist, besteht das sog. Konzept der Kinderbetreuung aus ein paar nichtssagenden Schlagworten.

Während das Konzept der Straßenbeleuchtung von externem Sachverstand profitiert, hält die Bürgermeisterin externen Sachverstand für ein Konzept der Kinderbetreuung für überflüssig.

Während das Konzept der Straßenbeleuchtung im Einvernehmen aller Beteiligten entstand, weil alle unterschiedlichen Auffassungen zu konstruktiven Lösungen gebracht wurden, so ist die Arbeit um das sog. Konzept der Kinderbetreuung von Streit und Rechthaberei, von Ausgrenzung und Doppelzüngigkeit geprägt.

Während das Konzept der Straßenbeleuchtung dokumentiert "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg", dokumentiert das sog. Konzept der Kinderbetreuung "Wo kein Wille ist, ist auch kein Weg".

Und so hat die Verwaltung erst mal beschlossen, bis 2011 gar nichts mehr zu unternehmen.

Während sich alle Oppositionsparteien in Gesprächen mit Bürgern um eine möglichst gute Lösung bemühen, verweigern CDU und Verwaltung die Kommunikation.

Herr Frick, Fraktionsvorsitzender der CDU, betont in seiner Halbjahresbilanz, die Arbeit der CDU zeige, "wie wichtig uns die Zukunft unserer Kinder ist". Zitat aus:    Rotenburger Kreiszeitung v.4.8.2010

Die Eltern von Vorschulkindern zahlen für diese Arroganz und Selbstgefälligkeit, denn dieses Gewürge führt zu erheblichen Belastungen der Eltern. Aber den Blickwinkel der Eltern hat von CDU und Verwaltung noch keiner eingenommen.

Den bringen aber zunehmend die Eltern selbst ein. So hat das "Aktionsbündnis zum Erhalt des Kindergartens Westerholz" seine grundlegenden Gedanken vorgestellt und der Gemeinde übermittelt, nachzulesen   hier  
Bericht in der Rotenburger Rundschau v. 22.8.2010
Diese sind zwar nur die Vorstufe eines Konzeptes, zeugen aber von wesentlich höherem Sachverstand als alles, was zu diesem Thema bisher aus der Verwaltung kam.

Es steht zu erwarten, dass die Bevölkerung ihr Engagement noch deutlich erhöht, um die Defizite bei CDU und Verwaltung zu kompensieren. Kinderbetreuung ist zu wichtig, um darüber mit schwerem Kopf und leichter Hand zu entscheiden.

Ernst Friesecke, Stand 22.8.2010





zurück